UPDATE: Diese Anleitung wurde ursprünglich schon für Ubuntu 13.10 erstellt. Tests zeigen jedoch, dass sie fast unverändert auch mit den nachfolgenden Ubuntu Versionen funktioniert, einschließlich des kürzlich erschienenen Ubuntu 17.04.


Von meinem Arbeitgeber wurde mir als Arbeitsgerät ein MacBook Air 13" (5.2, mid 2012) zur Verfügung gestellt. Als Linux Enthusiast hat es mich in den Fingern gejuckt, auch dieses Betriebssystem auf dem MacBook zu nutzen. Im Netz liest man viele Berichte und HowTo hierüber. Eine Besonderheit gab es aber bei mir. Ich wollte Linux so installieren, dass keinerlei Veränderungen an dem MacBook und der SSD mit Mac OS X vorgenommen werden, da es sich schließlich nicht um mein eigenes MacBook handelt. Ich entschloss mich daher, Ubuntu auf einer großen und schnellen SD-Karte zu installieren. Bei meinen ersten Versuchen stellte ich jedoch fest, dass ein einfach mittels Ubuntu-Installer installiertes Ubuntu auf dem Mac nicht startfähig ist und vom Mac Bootmanager/EFI nicht erkannt wird. Dieser Artikel beschreibt das Vorgehen, Ubuntu so zu installieren, dass keine Änderungen am installierten System vorgenommen werden aber gleichzeitig Ubuntu jederzeit als alternatives System gestartet werden kann.

So ein MacBook Air 13" ist schon ein schicker Haufen hochwertiger Hardware, und es arbeitet sich ausgezeichnet mit dem Gerät. Was liegt also näher, auch Linux darauf zu installieren? Als Distribution für den Desktop verwende ich seit mehreren Jahren Ubuntu Linux. Die aktuelle Ubuntu Version unterstützt auch die komplette Hardware des MacBook Air Out-of-the-Box. Jedoch zickt Ubuntu nach einer Installation und wird beim Systemstart nicht erkannt. Der Mac erlaubt es, beim Start durch gedrückt halten der 'alt' bzw 'Option' Taste, das zu startende Betriebssystem auszuwählen, falls mehrere erkannt werden. Hier scheitert eine gewöhnliche Ubuntu Installation, ganz gleich, ob sie auf der internen Festplatte, einer USB-Festplatte, einem USB-Stick oder einer SD-Karte installiert wurde. Die Ursache liegt in dem EFI (Extensible Firmware Interface) des Mac, welcher einige Besonderheiten benötigt. Ubuntu selbst unterstützt mit Grub2 auch ein Start via EFI. Allerdings ist etwas Handarbeit bei der Installation nötig. Im Netz finden sich zu diesem Thema viele Beiträge, welche den Einsatz eines zusätzlichen Bootmanagers wie bspw. rEFIt oder rEFInd beschreiben. Aber warum zusätzliche Tools einsetzen, wenn es Ubuntu doch von Haus aus auch kann?

 

Mit dem folgenden Ablauf bei der Installation bootet Ubuntu auch von einem externen Medium bei gedrückter 'alt'-Taste während des Systemstarts ohne Probleme und zusätzliche Software und nimmt dabei keinerlei Veränderung an der eingebauten SSD und dem installierten Mac OS X System vor.

 

In diesem Tutorial beschreibe ich meine Vorgehensweise zur Installation, wie sie bei mir funktioniert hat. Ich übernehme keinerlei Haftung für Datenverluste oder -veränderungen, die durch das Anwenden dieses Tutorial auf andere Installationen entstehen! Think before you type! Think twice!

 

 

Start des Ubuntu Live Systems

Zunächst benötigt man das aktuelle Image der Ubuntu Desktop 64bit Version. Zum jetzigen Stand ist dies ubuntu-17.04-desktop-amd64.iso. Dieses Image bootet auf einem Mac problemlos als Live-Image. Es wird, wie auf den Ubuntu-Seiten (bzw. hier und hier) beschrieben, auf einen USB Stick geschrieben. Den so erstellten USB Stick steckt man in einen freien USB Port des Mac und hält während des Einschaltens beim Startsound die 'alt'-Taste (Option Taste) gedrückt. Es erscheint ein Bootmenu, welches neben der Bootmöglichkeit von der internen SSD ("Macintosh HD") auch ein weiteres Icon mit "EFI Boot" beschriftet zeigt. Zum Starten wähle ich "EFI Boot". Im nachfolgenden Ubuntu Grub Menü wähle ich "Try Ubuntu without installing".

 

Partitionieren der SD-Card

Nachdem Ubuntu so als Live-System gestartet ist, ist es äußerst hilfreich, erst einmal über die Systemeinstellungen (System Settings) das Keyboard Layout von "English (US)" auf "German (Macintosh)" umzustellen.  Vor der Installation muss der Datenträger, auf dem Ubuntu installiert werden soll, gesondert partitioniert werden. Ich habe für die Installation eine schnelle 64GB SD-Karte wie diese hier gewählt. Von dieser SD-Karte läuft das installierte System später flüssig. Noch schnellere SD-Karten habe ich nicht ausprobiert.

Lege die SD-Karte in den Kartenleser des Mac und starte zur Partitionierung über das Ubuntu Logo (links oben) den "GParted Partition Editor". Ganz wichtig ist, nach dem Start von GParted die zu bearbeitende Festplatte auf die eingelegte SD-Card (bei mir /dev/sdc) umschalten! Sonst droht Datenverlust auf der internen SSD! Falls die Partition der SD-Karte nach dem einlegen automatisch gemountet wird, zeigt GParted hinter der Partition (bei mir /dev/sdc1) ein Schloss. Durch einen Rechtsklick auf die Partition (wird beim Mac durch einen Tap mit zwei Fingern auf dem Toucpad ausgelöst) und der Wahl von "Unmount" wird die Partition ausgehängt. Anschließend sollte GParted die SD-Karte wie folgt anzeigen. 

 

 

Der Mac verlangt für das Booten von einem externen Datenträger, dass dieser eine Partitionstabelle im GUID Partition Table Format besitzt. Über das Menü "Device"→"Create Partition Table..." erzeugen wir eine neue Partitionstabelle. Dazu wählen wir unter "Advanced" das Format "gpt" wie im folgenden Screenshot.

 

Vor dem Click auf "Apply" sollte man sich unbedingt nochmal versichern, dass die Änderungen tatsächlich auf der SD-Card (hier /dev/sdc) durchgeführt werden.

Danach erzeugen wir mit GParted auf /dev/sdc zwei Partitionen. Die erste ist die EFI Bootpartition und wird mit folgenden Einstellungen erzeugt.

 

Die zweite ist die spätere Linux Partition und hat folgende Einstellungen.

 

Im GParted wird die SD-Karte nach der Ausführung der Operationen wie folgt dargestellt.

 

Damit der Mac die EFI Partition später auch erkennt, muss ihr noch das Flag "Boot" gesetzt werden. Über einen Rechtsklick auf die EFI Partition und der Auswahl von "Manage Flags" setzen wir folgendes Flag.

 

Nun ist die Partitionierung abgeschlossen und wir können GParted beenden.

 

Installation von Ubuntu 

Jetzt erfolgt die Installation von Ubuntu über das "Install Ubuntu 16.10" Icon auf dem Desktop. Die Installation erfolgt bis auf wenige Ausnahmen wie eine gewöhnliche. Bei dem Schritt zur Auswahl der Installationsart muss unbedingt "Etwas anderes" gewählt werden, wollen wir nicht die interne SSD überschreiben.

 

 

In dem erscheinenden Screen stellen wir als erstes das "Gerät für die Bootloader-Installation" auf die SD-Karte um, um auch hier jede Änderungen an der internen SSD zu verhindern.

 

Durch Klick auf die EFI Partition (/dev/sdc1) und "Change..." wählen wir die Verwendung als EFI-Boot-Partition.

 

Durch anschließenden Klick auf die Ubuntu Partition (/dev/sdc2) und "Change..." wählen wir folgende Einstellungen.

 

Vor dem abschließenden Bestätigen durch Klick auf "Jetzt installieren" bitte nochmal vergewissern, dass die Einstellungen wie folgt sind (insbesondere das Gerät für die Bootloader-Installation). Bei allen übrigen Partitionen darf auch die Verwendung nur "Partition nicht verwenden" dazu auch kein Einhängepunkt gewählt und auch nicht der Haken bei "Formatieren?" gesetzt sein.

 

Die anschließende Warnung

ignorieren wir. Mein MacBook Air 5.2 besitzt 8GB RAM und benötigt daher nicht zwingend eine Swap Partition.

 

Nun verläuft die Installation von Ubuntu auf der SD-Karte weiter wie gewöhnlich ab. Nachdem die Installation abgeschlossen ist erfolgt die Frage, ob das System neu gestartet oder weiter im Live-Betrieb gearbeitet werden soll. Da wir noch einige weitere besondere Aktionen für den Bootloader vornehmen müssen, führen wir das Live-System weiter ohne Neustart aus.

 

Nachbearbeitung des Grub Bootloaders

Zwar hat der Ubuntu-Installer das System jetzt auf der SD-Card installiert, trotzdem würde ein Neustart dieses System noch nicht starten können. Der Grub2 Bootloader wird leider nicht korrekt eingerichtet, obwohl eine EFI Bootpartition vorhanden ist. Diese Schritte müssen noch von Hand durchgeführt werden.

 

Mittels der Tastenkombination Ctrl-Alt-T starten wir ein Terminal-Fenster und wechseln darin über 

sudo -i

zum User root. 

Für definierte Mountpoints der Partitionen der SD-Card hängen wir zuerst mal alle Partition der Karte aus. Dies erfolgt mit

umount /dev/sdc1
umount /dev/sdc2

 

Und mounten dann die Ubuntu Partition nach /mnt.

mount /dev/sdc2 /mnt

 

Da wir alle weiteren Schritte innerhalb der gemounteten Umgebung vornehmen müssen, wechseln wir durch ein chroot (Change Root) in dieses Verzeichnis. Vorab müssen wir aber auch noch die Filesysteme dev, proc und sys in der gemounteten Umgebung bereit stellen. Die erfolgt durch die Kommandos

mount -o bind /dev /mnt/dev
mount -o bind /proc /mnt/proc
mount -o bind /sys /mnt/sys 
chroot /mnt

 

Nun sind wir quasi in unserer gerade installierten Ubuntu Umgebung. Durch das 'chroot /mnt' haben wir das Verzeichnis /mnt zum neuen Root-Directory gemacht. Innerhalb dieser Umgebung müssen wir Grub2 noch einmal neu installieren und benötigen dazu die gemountete EFI Partition. Diese binden wir über

mount /dev/sdc1 /boot/efi

ein und installieren daraufhin Grub erneut mit dem Befehl

grub-install /dev/sdc

 

Nachdem der grub-install ohne Fehler beendet wurde müssen wir noch manuell einen Pfad anlegen und eine Datei kopieren. Der Mac benötigt anscheinend für den EFI Boot auf der EFI Partition eine Datei "bootx64.efi" im Verzeichnis EFI/BOOT. Diese müssen wir anlegen, indem wir die durch den grub-install erzeugte grubx64.efi einfach als bootx64.efi an die richtige Stelle kopieren.

mkdir -p /boot/efi/EFI/BOOT
cp /boot/efi/EFI/ubuntu/grubx64.efi /boot/efi/EFI/BOOT/BOOTX64.efi

 

Anschließend hängen wir die EFI-Partition wieder aus.

umount /dev/sdc1

 

Danach verlassen wir die chroot Umgebung wieder (mittels 'exit') und hängen auch die übrigen Filesysteme wieder wie folgt aus

exit
umount /mnt/dev
umount /mnt/proc
umount /mnt/sys
umount /mnt

 

Damit sind alle Filesysteme und auch die Partitionen der SD-Card wieder ausgehängt und die Installation ist abgeschlossen.

Wir fahren das Ubuntu Live-System herunter und entfernen den USB-Stick mit dem Live-System. Beim anschließenden Neustart des Mac mit eingelegter SD-Card halten wir wieder die 'alt' Taste gedrückt. Es erscheint nun wieder der Mac Bootmanager, welcher neben der "Macintosh HD" auch ein SD-Card Icon mit der Bezeichnung "EFI Boot" zeigt. Über dieses Icon können wir jetzt das installierte Ubuntu starten. Wird dagegen beim Systemstart nicht die 'alt' Taste gedrückt gehalten oder ist die SD-Card beim Booten nicht gesteckt, startet das MacBook völlig unverändert von der internen SSD.

 

Fazit

Es wurden bei dieser Installationsart keine Veränderungen an dem originalen Mac OS X System und dessen Datenträger vorgenommen. Trotzdem habe ich so (m)ein Ubuntu auch auf dem MacBook Air immer zur Hand.

 

Load Previous Comments
  • case

    Report

    Sehr gute und einfache Anleitung. Ich habe Ubuntu 16.04 auf eine 64 GB SD Karte (300 MB/s) erfolgreich installiert. Funktioniert wunderbar. Vielen Dank

  • randomdude

    Report

    Ist dieses Vorgehen auch für ein MacBook Air 2011 empfehlenswert, da hier der Kartenleser nur USB 2.0 unterstützt und man somit nur auf etwas 20 MB/s Lese- und Schreibgeschwindikeit kommt?

  • Ulf

    Report

    Probiere es am Besten einfach aus, ob du mit der Geschwindigkeit arbeiten kannst. Meiner Erfahrung nach ist der Systemstart schon spürbar langsamer, aber das weitere Arbeiten dann unterscheidet sich gefühlt nicht groß. Meine Erfahrungen beruhen aber auf einem Macbook Air Mid 2012.

  • Kai

    Report

    Hallo!
    Vielen Dank für die ausführliche Anleitung.
    Ist es möglich eine bios_grub partition zu erstellen, damit die Karte auch an einem PC ohne EFI bootbar ist?
    Ich habe hier einen Hinweis gefunden:
    https://askubuntu.com/questions/559007/is-it-still-possible-to-install-ubuntu-to-an-external-harddrive-with-uefi
    Creating a BIOS Bootable Partition (BBP) for GRUB

    Ich komme allerdings nicht weiter bei:
    grub-install --boot-directory /mnt/test/boot/ --target i386-pc $device

    Hast du dafür ne Lösung?
    Vielen Dank!

  • Ulf

    Report

    Hallo Kai

    Ich denke, dass dies nicht möglich ist. Die SD Karte wird im GPT statt MBR Modus partitioniert. Daher ist meiner Meinung nach gar kein MBR vorhanden, aus dem ein nicht EFI System seinen Bootcode beziehen kann. Aber, ich habe es nie getestet und meine Aussage beruht auf Vermutungen. Probiere es aus. Das Ergebnis würde mich auch interessieren.

    Gruß
    Ulf

  • Olli

    Report

    Hallo Ulf, hallo LUG,

    ich möchte mich an dieser Stelle für diese Anleitung bedanken. Es hat auf Anhieb geklappt, ein Xubuntu auf einer 8GB SD Card zu installieren. Bootet, startet, tut was es soll. Auf einem iMac 27, Mitte 2010.
    Da Macs und Linux eine sehr störrische Angelegenheit sein können bin ich umso dankbarer endlich die verschiedenen Linux Distros zu testen, herum zu experimentieren ohne meinen Mac abzuschiessen. Was ich schon einige Male mit rEfit und verschiedenen Linux Versionen geschafft habe.

    Ich bin eben extra nochmal los um mir ein paar schnellere SD Karten zu besorgen und werde gleich nochmal eines meiner Lieblings Linuxe auf SD bannen: elementary OS ebenfalls basierend auf Ubuntu.

    Nebenher hatte ich noch so ein paar Ideen die ich gerne ausprobieren möchte:
    - Die SD Card so ähnlich wie einen Key einzusetzen um ein Linux welches sich auf der Festplatte des iMacs befindet zu starten. Aber eben ohne, dass der Grub Bootloader auf dem iMac landet. Starten also von SD, der Rest läuft dann von einer Partition auf dem Mac. Ob das funktioniert weiss ich noch nicht.

    - Eine weitere Möglichkeit wäre noch, nur das "Home" Verzeichnis von Linux auf die Mac Platte zu legen, so dass egal mit welchen SD Card Linux man startet, die eigenen Dateien immer vorhanden bleiben.


    Zu guter Letzt: Warum tut sich das jemand an und installiert Linux auf einen iMac?
    Weil es geht ;-)
    Es interessiert mich was in der Linux Welt so passiert, welche neue Möglichkeiten, Software usw. es gibt. Die Tüftelei an sich macht Spaß. Und da ein Max in dieser Hinsicht sehr zickig ist, macht es noch mehr Spaß die von Apple gesetzten Hürden zu überwinden ohne den Mac dabei zu beeinflussen. Was mit rEfit und so weiter auf jeden Fall immer ein Risiko birgt. Ich spreche da aus Erfahrung. Die vielen Stunden die ich schon gebraucht habe, meinen Mac wieder in Normalzustand zu versetzen kann ich nicht mehr zählen. Da kommt mir diese SD Card Boot Geschichte genau richtig.

    Also nochmals Danke und bitte weiter forschen :-) Grüße aus dem Bremer Raum, Olli.

  • Olli

    Report

    Nocheinmal Servus und Hallo.

    Nachdem ich dank dieser großartigen Anleitung endlich autarke Linux Systeme für meinen iMac anlegen kann ohne den Mac zu beeinflussen, habe ich meine ersten Experimente durchgeführt:

    - Linux Mint 18 und elementary OS (loki 0.4) laufen beide und das hervorragend von SD Card auf dem iMac 2010.
    Allerdings musste ich eine Zeile in der obigen Anleitung verändern, damit hier der Bootloader korrekt kopiert wird. Genauer in der "Nachbearbeitung" der SD Card ist der Abschnitt den man bei diesen Distros etwas ändern müsste.

    Statt:
    mkdir -p /boot/efi/EFI/BOOT
    cp /boot/efi/EFI/ubuntu/grubx64.efi /boot/efi/EFI/BOOT/BOOTX64.efi


    muss es bei Linux Mint 18 und elementary OS heissen:
    mkdir -p /boot/efi/EFI/BOOT
    cp /boot/grub/x86_64-efi/grub.efi /boot/efi/EFI/BOOT/BOOTX64.efi


    Das Linux HOME Verzeichnis auf die Mac Platte zu legen war mir noch ein Anliegen:
    Ich habe in MacOS meine Mac Festplatte mittels des Mac eigenen Festplattendienstprogramms neu partioniert, genauer: einfach eine zweite Partition hinzugefügt. Hier einfach als MS-DOS FAT formatieren lassen und irgendeinen Namen gegeben. Ich denke, dass MacOS am besten mit der eigenen Platte umgehen kann, sein eigenes OS nicht zerschiesst und daher habe ich diesen Schritt natürlich in MacOS erledigt. Zudem lässt es sich auch jederzeit wieder rückgängig machen in MacOS.
    Anschliessend habe ich obige Anleitung durchgeführt, wobei ich beim Abschnitt mit den Partitionen einfach nur das "HOME" Verzeichnis auf die neue Partition im Mac gelegt habe. Also sdc1 = boot, sdc2 = / und (bei mir) sda4 = /home.

    Dadurch bleiben meine eigenen Dateien nun immer erhalten, auch wenn ich zwischen einzelnen Linux SD Versionen wechsle. Vorausgesetzt natürlich auch hier wurde das /Home auf die selbe Partition auf die Mac Platte geroutet.
    Außerdem spare ich viel Platz, kann auch grosse und viele Dateien speichern, und brauche keine besonders grosse SD Karte. Ich habe nun 16 GB SanDisk Extreme SD Cards mit 90MBit/s und das funktioniert schon ganz gut.

    Super Effekt nebenbei:
    Wenn ich den Mac ohne eingeschobene Linux SD Card starte, startet MacOS ganz normal. Wenn ich vor dem einschalten des Macs jedoch die SD Card einschiebe, brauche ich nicht mal irgendeine Taste drücken, es wird dann das Linux von der SD Karte gestartet. Ob das so Absicht oder normal ist weiss ich nicht, passt mir aber hervorragend. Einfacher geht es ja nicht mehr. Und bis auf die Home Partition auf der internen Platte (was ja in MacOS auch rückgängig zu machen ist) ist der Mac völlig unangerührt geblieben.

    Bin immer noch sehr begeistert, dass ich das mit dieser Anleitung so hinbekommen habe. Viel besser als all die vielen Versuche mit Bootcamp oder gar rEfit und anderen Bootmanagern für Mac. Die nämlich wieder rückstandslos los zu werden ist so eine Sache die meist nicht wirklich klappt. Durch die SD Card Methode kann man nach Herzenslust auf einem Mac mit Linux experimentieren und wenn man keine Lust mehr hat, zieht man einfach die Karte und das wars. Super! Nochmals vielen, vielen Dank!

  • Ulf

    Report

    Hi Olli

    Danke für deine Rückmeldung. Insbesondere die Info, welche Datei bei Linux Mint für den Grub im EFI Verzeichnis umkopiert werden muss, finde ich klasse.

    Wenn du das Home Verzeichnis auf der HD nutze möchtest, um von verschiedenen Linux Distributionen auf die gleichen Daten im Home zugreifen zu können ist es wichtig, dass bei allen Linux Installationen auf den SD-Karten die UserIDs der User in der /etc/passwd gleich sind, welche ein Home Directory dort haben. Sonst bekommst du Probleme mit den Zugriffsberechtigungen auf das jeweilige Home.

    Gruß
    Ulf

  • Olli

    Report

    Und noch ein Comment....

    Nach Tagen Probiererei und diversen kompletten Neuinstallationen meines iMacs (nur Freaks wissen wie lang solche Nächte sind) - bin ich weiter gekommen.
    Euer Workshop funktioniert also grundlegend auch für Linux Mint 18 und elementary OS (meinen anderen Kommentar lesen, eine Zeile muss dafür geändert werden). Daher kann und wird das Ganze wohl mit jedem auf Ubuntu basierenden Linux klappen. Mit anderen Distros habe ich es noch nicht probiert, irgendwann geht auch mir mal die Zeit aus ;-)

    Ich habe das Ganze nun noch einmal auf einer externen Festplatte am iMac probiert. Auch hier funktioniert die Sache nach der selben Vorgehensweise wie bei der SD Card. Ohne die "Nachbehandlung" wie hier im Workshop betrieben kann man nicht booten. Mit der "Nachbehandlung" wie hier beschrieben klappt es ohne Probleme.
    Festplatte abziehen und auf dem Mac bleiben keinerlei Spuren vom Linux. Es sei denn man vertippt sich beim Code abtippen. Hier also Sorgfalt walten lassen, sonst hat man ganz schnell irgendwas ins MBR der Mac Platte geschrieben. Vor allem ältere Linux Versionen schreiben grundsätzlich auf die erste Platte was rein, egal was man einstellt. Ich habe auch elementary OS ein wenig im Verdacht die zu tun. Aber evtl. hatte ich mich auch eben nur vertippt.

    Da mein iMac nur über USB 2.0 Anschlüsse verfügt ist die Sache zwar nicht die Schnellste, man kann aber trotzdem gut arbeiten. Zum surfen, Büroarbeiten, Videos schauen usw. geht das locker.
    Als Nächstes werde ich mir eine (schwierig und selten zu bekommende) FireWire 800 Festplatte besorgen da mein iMac als einzige "schnelle" Schnittstelle darüber noch verfügt. USB 3.0 wäre noch schneller aber die hat mein iMac halt nicht.
    Dann probiere ich die Sache nochmal über die FireWire Schnittstelle aus.

    Bei vielen iMacs (und auch anderen Rechnern) gibts mit Linux oft noch das Problem, dass die Display Helligkeit nicht einzustellen ist unter Linux. So auch bei meinem iMac "Mitte 2010". Volle Pulle Displaybeleuchtung lässt nach einer Weile die Augen und den internen Lüfter glühen. Und den Stromzähler.
    Dieses Problem konnte ich nach zwei Tagen Probieren aber lösen und wenn man weiss wie: sehr einfach zu lösen. Am Ende dieses Comments gibts die Anleitung dazu.
    Auch das Suspend Problem scheint gelöst. Ganz sicher bin ich aber noch nicht.
    Um Susbend fehlerfrei zu nutzen ist Swap-Speicher zwingend notwendig bei solchen externen Lösungen wie es scheint. Also einfach ein wenig Swap mit einrichten bevor man installiert, dann sollte das funktionieren.

    Hier noch der Fix für die Displayhelligkeit bei einem iMac (Mitte 2010). Andere Mac Modelle müssen evtl. anders behandelt werden:

    1. Als erstes werden folgende Anwendungen installiert: gksu and leafpad:
    Terminalfenster öffnen und olgende Zeile eingeben:

    sudo apt-get install gksu leafpad

    Passwort eingeben und Enter drücken.



    2. Dann folgende Zeile eingeben:

    gksudo leafpad /etc/default/grub

    In der Textdatei die sich nun öffnet folgende Zeile suchen:
    GRUB_CMDLINE_LINUX=""

    Diese Zeile ändern in:
    GRUB_CMDLINE_LINUX="acpi_backlight=vendor"

    Textdatei speichern und schliessen.



    3. Nun im Terminal folgende Zeile eingeben:

    sudo update-grub

    Mit Enter bestätigen und Passwort eingeben, Enter.

    Terminal kann nun wieder geschlossen werden.

    4. Rechner neu booten. Anschliessend sollte der Helligkeitsslider funktionieren und/oder die Helligkeits Tasten auf dem Keyboard. Bei meinem Mac hat das so funktioniert.

  • Olli

    Report

    Als Empfehlung an Mac User kann ich mal auf die Linux Distro "Fedora" hinweisen. Habe ich ausprobiert und läuft out of the Box auf dem Mac. Auch das Booten von SD Karten usw. funktioniert ohne jede Nachbehandlung, das erledigt der Fedora Installer gleich mit.

    Lediglich das - wohl leider übliche Problem - mit der Helligkeitsregelung des Bildschirms hat mich viele Stunden an Experimenten gekostet. Am Ende war es wie immer eine ganz einfache Sache. Eine Zeile in einer Konfidatei ändern, einmal kurz Terminal, auch nur eine Zeile und ab dann läuft auch das mit der Bildschirmregelung auf dem Mac.

    Fedora für alle die auf aktuelle Systeme stehen. Red Hat Enterprise Linux das aus der Fedora Entwicklung alle Jubeljahre ein neues Release bringt für die stabil, über Jahre laufenden Systeme oder CentOS als kostenlose Alternative zum völlig baugleichen Red Hat Linux. Alle drei basieren auf dem selben Ding. Das eine halt immer brandaktuell während das andere den Bürorechner unbesorgt viele Jahre laufen lässt.
    Und dann gibts noch Korora, welches als Remix von Fedora noch einen draufsetzt und mit mehr Ausstattung, installierten Treiber und viel Multimediazeugs daherkommt.

    Mich hat diese "Red Hat" Welt ziemlich überzeugt.

Please login to comment